Month: Juni 2016

1. Besuch im Rahmen des Projektes

Ich nenne es ganz bewusst Projekt, da es noch in meiner Freizeit stattfindet.
Hier möchte ich Euch quasie in Form eines Tagebuches meine Gedanken, Erlebnisse und Eindrücke erzählen, leider wird es hier kaum Bilder geben , da ja Datenschutz besteht. Wenn wir uns angenährt haben, dann werde ich sicher mal ein zwei Bilder machen und zeigen , aber auch nur von Aaron und dem , was er gerade tut – oder tun soll. Also – hier gibt es immer mal wieder was zu lesen , wie weit wir sind – und was wir gerade anstreben….

8. Juni
Ich habe ein paar Dinge eingepackt:

  • Wurst / andere kleine Leckerchen, die er besonders mag
  • besonderes Spielzeug (was er zu Hause nicht bekommt)
  • Fliegenklatsche (Pfotentrick/Balanceübung)
  • Bürste
  • Block + Stift
  • Papier
  • meine Ideen hab ich im Kopf

Nu denn – ab die Post.
Erstmal noch eine Löserunde – 15 Minuten Gassie – einmal durchbürsten – fertig

Dann sind wir soweit, ich klingel, die Dame des Hauses öffnet. Ich lasse Aaron an der kurzen Leine frei, damit er sich orientieren kann.  Ich nenne die Dame mal Fr.M. und den Herren Hr. M.

Kurze Beschreibung:
Hr. M. liegt fast nur im Bett, sitzt gelegentlich im Rollstuhl, aber wirklich sehr selten, da er einfach keine Lust mehr hat…. während der Pflege lerne ich ihn als sehr ruhigen und müden Patienten kennen. Über Gespräche auch mit Fr.M. fand ich raus, dass er Hunde hatte und über alles liebte. Zudem hat er auch noch eine beginnende Demenz. Daher dachte ich , dass es hier optimal wäre. Fr.M. versorgt Hr.M. rund um die Uhr (ausser der Pflege)

Aaron hat den Weg zu Hr.M. gefunden , welcher auf der Bettkante sass und schon gewartet hatte. Er freute sich so sehr , dass er plötzlich aufstand und sich am Tisch festhielt! Ich war so überrascht – mir fehlten die Worte! Aaron schaute Hr.M. an und umgekehrt genauso. Ich bat Hr.M. sich zu setzen. Zum Kennenlernen gab es ein paar Leckerlies in die Hand und ich erklärte , was Hr.M. dem Aaron sagen sollte , weil  Aaron sich dass Essen verdienen solle.

Wir fingen mit einfachen Dingen an , wie „SITZ“  „HIN“ „GIB PFÖTCHEN“  „KREIS“  Aaron wartete und schaute auf seine Hand und dann in seine Augen. Das mit dem Sitz klappte gut – nur musste ich ihn etwas bremsen, da er das Leckerlie erst nach Erlaubnis bekommen darf… da müssen wir also noch dran üben : Leckerlie erst auf Kommando nehmen!

Was mich auch sehr stolz machte: Hr.M. hielt Aarons Pfote sehr lange fest – wollte ihn einfach nicht mehr loslassen…. und was machte Aaron? Er wartete geduldig , schaute weg, war total ruhig und gelassen. Ja , und dann lies er auch los , und es kam natürlich die Belohnung.

Mein Klicker für die direkte Bestätigung ist auch immer dabei! Wir sind ja auch noch in der Ausbildung!

Hr.M. war richtig im Redefluss , sagte zu Aaron:  Ich bringe dir noch englisch bei !  und sagte „SIT DOWN“ mit erhobenem Zeigefinger 😀   ja – und wie sollte es anders kommen?  Aaron setzte sich 😀  Mensch war Hr.M. stolz 😀  Ich fand es richtig schön mit anzusehen! Da wusste ich wieder , warum ich das tue !

Mit dem Papier wurde folgendes getan:
Man nehme ein Stück leckere Wurst und packe es in die Mitte des Papieres, dann falte man das Papier so, dass die Wurst heile bleibt und der Hund die Wurst schön auspacken kann.
 Ziel: Hr.M. fördert seine Feinmotorik, macht sich Gedanken, wie er es richtig falten soll und der Hund auch noch ran kommt, und danach dann der Erfolg für beide! Hr.M. schaut ihm glücklich zu und schmunzelt vor sich hin schlauer Hund….schlauer Hund….    Und Aaron bekommt endlich seine Wurst ! Natürlich haben wir das zu Hause geübt 😉 Ohne Übung geht nix !

Mit der Fliegenklatsche haben wir das Balancieren eines Leckerlies geübt und Aaron das geduldige Warten auf das Leckerlie.

Zudem haben wir dann das „TOUCH“ damit vorgeführt. Aaron berührt die Klatsche mit der Pfote und bekommt aus der anderen Hand das Leckerlie.

Und dann fiel Hr.M. plötzlich noch was ein: Und sagt zum Aaron:  Warte mal, ich hab noch was für dich, jaja, warte mal , was ganz Feines, ja schau her“  und holt aus seiner Hosentasche eine Serviete raus , welche er schön gefaltet hat… zeigt sie dem Aaron und packt es aus. Fr.M. wunderte sich, was er da hat, denn sie hatte nichts gekauft! Und siehe da , Hr.M. hat ein Stückchen Fleisch vom Mittagessen verschwinden lassen, ohne dass die Frau es bemerkt hatte !  

Dann gab es eine kurze Pause, wir haben uns etwas unterhalten… Aaron durfte einfach nichts tun…. dann begannen wir mit einem Spiel. Ich hatte ein Quitschie mit, was Hr.M. ebenso Freude bereitete wie Aaron! Hr.M.suchte nämlich das Quitsche Ding und erst dann warf er es. Aaron lief natürlich hin, aber brachte es nur zögerlich zurück und leider auch lieber zu mir als zu Hr.M. also wieder was zum notieren:  Aport üben – auch von und zu fremden Menschen

All das durfte natürlich auch die Frau mit Aaron versuchen , sie schaute sehr interssiert zu und war schon ganz gespannt wie Aaron es mit ihr umsetzt.

Und schon war eine Stunde rum.

Aaron zeigte noch sein „WINKE WINKE“

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Und wir verabschiedeten uns bis nächste Woche

Therapiehund in Ausbildung – Block 2

Der 2. Theorieteil ist nun schon etwas länger her – entschuldigt meine Verspätung!  Der Tag hat einfach zu wenig Stunden!

Ich möchte Euch nun näher bringen , wo Probleme auftauchen , die man am Anfang gar nicht gesehen hat – und hoffe gute Lösungen zu finden.

Ich habe nun einige Ideen gesammelt , welche ich in meiner tiergestützen Arbeit umsetzen könnte.  Andere Azubis, die im Heim oder in der Schule arbeiten, die können den Hund einfach mitnehmen ,  da der Hund dort einen Bereich hat, wo er Ruhe und Rückzug findet und nach einer angemessenen Pause wieder zur „Arbeit“ geholt werden kann.

Ich arbeitete ja in der ambulanten Pflege , habe 15 – 25 Patienten in einem Frühdienst. Der Dienst geht von ca 6:00-12:00 bzw. bis 13:30  So lange kann ein Hund natürlich nicht mitfahren und vielleicht sogar im Auto sitzen und warten! Zudem soll der Hund ja nicht mit in die Pflege, sondern in die Betreuung!  Wie nun? Das klappt nicht während eines Dienstes – ich muss also erst nach Hause, den Hund holen und wieder zurück zum Patienten.

NEIN! So einfach ist das auch nicht! Aaron ist ein Collie – da empfielt es sich, erstmal die Bürste in die Hand zu nehmen, damit er nicht vor Ort so viel haart!20160615_154830 Zudem muss der Hund vorher auch noch Gassie gehen und die passende Laune haben! Auch Hunde können krank sein!

Aus Erzählungen in der Gruppe habe ich gehört, dass der Hund sehr wohl merkt, wenn es „arbeiten“ geht, oft bzw. meist gehen sie freudig mit, wenn Frauli die Hundetasche packt, springen sie auf und sind schon gedanklich total dabei.  Aber es gibt auch Tage – wo der Hund direkt die Decke sucht und den Kopf wegdreht. Dann sollte man den Hund vielleicht lieber zu Hause lassen. Ohne Hund sollte man natürlich etwas gutes im Peto haben!  Für diese Fälle erarbeite ich mir gerade Spiele ohne Hund, aber über den Hund.

Da das ganze für mich im Rahmen eines Projektes läuft und die Umsetzung einfach nicht anders machbar ist, muss ich meinen Frühdienst normal fahren und erst Nachmittags kommt der Aaron mit zu einem Ehepaar – wo wir einige Sachen ausprobieren. Der Einsatz beträgt nicht länger als 1 Stunde , und zwischendurch hat er auch eine Pause. Dazu später mehr!

Ideen, Tips und Tricks erfahren wir auch während den Blöcken

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Hier eine Buchempfehlung – welche nicht nur für den Bereich der Schule verwendet werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

Viele Dinge die ich erfahren hab – muss ich erst noch umsetzen und fotografieren ….
Z.B. ein Halstuch könnte ich nähen , wo gross in rot „PAUSE“ steht – somit hat der Hund deutlich sichtbar Pause und darf nicht angefasst werden. Ja auch Regeln müssen in den Bereichen wo er arbeitet aufgestellt werden.

Ich habe eine alte Jacke zerschnitten. Die Taschen ausgeschnitten – da dort verschiedenste Verschlussmöglichkeiten sind. Das fördert die Feinmotorik. Wie ich es bei den Herschaften umsetze , werdet ihr noch später lesen und sehen! Sieht schon mal recht spannend aus, oder?20160607_162512
Es wird ein kleines Poesie Album geben, wo die Patienten den Collie als Welpe bis zum erwachsenen Hund sehen können. Ein Memmoriespiel mit verschiedenen Hunderassen werde ich zaubern….. und und und

Zudem hat er ein Geschirr bekommen, welches er zur Arbeit tragen wird. Er hat sich schnell dran gewöhnt.20160613_171459  Bald werde ich ihm noch Taschen drankletten, wo auch Aufgaben und Leckerlies zu finden sind – fördert auch den Hundekontakt und die Feinmototik.

Ich werde Euch die Woche noch berichten, wie Aarons erster Besuch war – für Aaron und natürlich das liebe Ehepaar!

Aber erstmal weiter im Block2 , denn wir haben einiges ausprobiert und auch vorgeführt – leider hab ich natürlich nicht dauernd die Kamera dabei…. schade eigendlich… naja – aber eins habe ich : 20160513_154418
haha – ja – das sind wir – wir hatten Gehstöcke, Rollstuhl und Rollator , Aaron lief wunderbar mit, als hätte er nie was anderes getan.
Dann haben wir viele verschiedenste Intelligenzspielzeuge ausprobieren dürfen, welche die man kaufen, aber auch selber zaubern kann… manomann… selber zaubern…. der Tag müsste echt 34Stunden haben….MINDESTENS!!!!!!!!!!!!!!!! Eins habe ich gefilmt – das kennen sicher viele von Euch. Auch das Befüllen von solchen Spielen ist für viele ältere eine Grob- und Feinmotorische Herausforderung und umso grösser ist die Freude, wenn sie sehen, wie der Hund es schafft , die Leckerchen herauszubekommen!

nun gut – ich möchte jetzt nicht alles vorab verraten. Viel lieber zeige ich es Euch dann, wie er es macht, wohl nicht mit meinen lieben zu Betreuenden – aber es opfert sich bestimmt jemand für Bilder und ein paar Videos. Es ist für den Hund auch eine grosse Aufgabe zu Lernen, dass auch Fremde Komanndos geben, die er dann ausführen muss …. ja – daran arbeiten wir noch!

In diesem Sinne – Bis bald !
Aaron und Violetta

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