Fleischanteil im Hundefutter – Umrechnung Fleisch zur Trockenmasse

Dem Hundefutter auf der Spur – was ist drinnen?

Futtermittelindustrie – wie deklariert sie was ?

Trockenfutter – Nassfutter – Barf ? Was ist gut für den Hund?

Ein Hund zieht ein.

Nun die Frage alle Fragen : Was soll er zu fressen bekommen?

Früher ganz einfach – Reste vom Tisch

Später das einfache Futter vom Laden

und heute?

Wieviel Fleischanteil ist wichtig? Was machen die Proteine? Welche Proteine? Machen Karotten das Fell rötlich? Warum und wie lange Welpenfutter? Oder sofort adult?

Muss ich wirklich 8€ pro kilo ausgeben? Oder macht es auch das Futter vom Discounter? Was ist mit dem Getreide?

Wieso steht bei einigen Fleischmehl? Bei den anderen Hühnerfleischmehl dran? Bei dem einen 4% Fleisch – bei dem anderen 70 %

Wie errechnet sich das Ganze?

Phu – Fragen über fragen schiessen einem durch den Kopf – zumindest war es bei mir so – und das bei jedem Hund aufs neue!

Meine Antwort – der Hund entscheidet!

Was nutzt einem das teuerste Futter mit viel Fleisch , wenn der Hund davon Durchfall bekommt?

Das gleiche beim barfen. Ich kenne einige Geschichten von Barfern – die schlechten Stuhlgang haben….. und zudem schlechte „lerner“ sind – weil das Futter in der Hundeschule lange nicht so gut schmeckt , wie das Fleisch aus dem Napf!

Oder möchte Frauli Hühnerherzen in der Tasche tragen?

Nu denn – ich merke schon, es wird ein spannendes Thema.

Wo fange ich am besten an?

Vielleicht am Anfang – beim Fleisch – im Trockenfutter:                                            Schreibt der Hersteller an erster Stelle z.B. frisches Hühnerfleisch 60% – so handelt es sich um das rohe Fleisch , welches noch verarbeitet – sprich getrocknet und gemahlen werden muss. Frisches Fleisch enthält um die 70% Wasser , welches man vom Frischfleisch abziehen muss. Dann aber dürfte das frische Hühnerfleisch nicht mehr an Platz 1 in der Zusammensetzung stehen.

60% Fleisch minus 70% Wasser= 0,12 mal 100 = 12%Trockenmasse 
und 18% Fleischmehlanteil nach Berechnung der Proteine - siehe Tabelle weiter unten.

Nun am Beispiel von Platinum Lamm & Reis

70 % Lamm = 100 % Fleisch minus 70 % Wasser = 30 % Fleischmehl,

im Verhältnis verbleiben von den 70 % Frischfleisch dann 12 % Fleischmehlanteil, d.h. das Fleisch würde nicht mehr an erster Stelle stehen dürfen sondern viel weiter hinten und die Verhältnisse von Getreide und Gemüse rutschen an Platz1

Analytische Bestandteile:

  • Protein 24%
  • Fettgehalt 14%,
  • Rohfaser 2%
  • Calcium 1,5 %
  • Phosphor 1,1%
  • Feuchtigkeit: 18%

70%Fleisch minus 70%Wasser = 21% Trockenmasse des reinen Fleisches – aber Fleisch besteht ja z.B. auch aus Proteinen (Eiweise) – somit folgt noch eine weitere Berechnung:

Die Berechnung:

100% - 18% Feuchtigkeit = 82%
24%Proteine : 82% = 0,29
0,29 x 100 = 29,27%

Da hätten wir also die fast 30 % der oberen einfacheren Berechnung 😉

Aber da nicht jedes Fleisch gleich viel Wasser abgibt und jedes Futter einen anderen Feuchtigkeitsgehalt hat , kann man es natürlich mit der 2. Berechnung genauer rechnen.

Am Beispiel eines Nassfutters Lukullus Geflügel und Lamm

  • Protein 10,8%
  • Rohfaser 0,6%
  • Feuchtigkeit: 77%

Somit hätte das Nassfutter einen Trockenmehlanteil von 46,96%

Die Berechnung:

100% - 77% Feuchtigkeit = 23%
10,8%Proteine : 23% = 0,47%
0,47 x 100 = 46,96%  


Und was ist z.B. mit den 70 – 80 % Fleischanteil im Orijen?

Die Beschreibung liest sich erstmal doch super:

Analytische BestandteileZusammensetzung aus frischen kanadischen Zutaten:
Frisches Hühnerfleisch (ohne Knochen) (22%), getrocknetes Hühnerfleisch (15%), frische Hühnerleber (4%), frischer ganzer Hering (4%), frisches Putenfleisch (ohne Knochen) (4%), getrocknetes Putenfleisch (4%), frische Putenleber (3%), frische ganze Eier (3%), frischer grätenfreier Zander (3%), frischer ganzer Lachs (3%), frische Geflügelherzen (3%), Geflügelknorpel (3%), getrockneter Hering (3%), getrockneter Lachs (3%), Geflügelleberöl (3%), rote Linsen, grüne Erbsen, grüne Linsen, sonnengereiftes Alfalfa, Yamswurzel, Erbsenfaser, Kichererbsen, Kürbis, Butternuss-Kürbis, Spinatblätter, Karrotten, Rote Delicious Äpfel, Bartlett Birnen, Cranberries, Seetang, Süßholzwurzeln, Angelikawurzeln, Fenchel, Ringelblumen, süßer Fenchel, Pfefferminzblätter, Kamille, Löwenzahn, Bohnenkraut, Rosmarin.

Also ganz oben:

  • Frisches Hühnerfleisch 22% (also wäre es ein Trockenanteil von nur 6,6%!!!)
  • dann getrocknetes Hühnerfleisch von 15% – okay – aber es wird sicher auch gemahlen – da es sonst nicht zu den kleinen Krocketen verarbeitet werden kann….

aber getrocknetes Hühnerfleisch liest sich natürlich besser als Hühnerfleischmehl 😉

naja und so geht es halt weiter –

  • frische Hühnerleber (4%) = 1,2
  • frischer ganzer Hering (4%) = 1,2
  • frisches Putenfleisch (ohne Knochen) (4%) = 1,2
  • getrocknetes Putenfleisch (4%) = 1,2
  • frische Putenleber (3%) =0,9
  • frische ganze Eier (3%) = 0,9
  • frischer grätenfreier Zander (3%)= 0,9
  • frischer ganzer Lachs (3%) = 0,9
  • frische Geflügelherzen (3%) = 0,9
  • Geflügelknorpel (3%) = 0,9
  • getrockneter Hering (3%)
  • getrockneter Lachs (3%)

 

34% verschiedenster frischer Fleisch und Fischzutaten  

(ob so verschiedene Proteinanteile gesund sind – wäre dann ein nächstes Thema…)

und den 22% Hühnerfleisch macht zusammen: 56% verschiedenste FrischFleischquellen = 16,8% Trockenfleisch

dazu kommt das bereits getrocknete Fleisch von 25%

Würde zusammen 41,8% Trockenfleisch-Mix ergeben

Klar ist das gut – sehr gut – liest sich aber doch direkt mal anders als 80% Fleisch!!!!!!!!!!!

Oder???

Nun stellt sich die Frage – wieviel von dem anderen Zeugs drin ist, denn irgendwie müssen ja 100% zusammenkommen …

rote Linsen, grüne Erbsen, grüne Linsen, sonnengereiftes Alfalfa, Yamswurzel, Erbsenfaser, Kichererbsen, Kürbis, Butternuss-Kürbis, Spinatblätter, Karrotten, Rote Delicious Äpfel, Bartlett Birnen, Cranberries, Seetang, Süßholzwurzeln, Angelikawurzeln, Fenchel, Ringelblumen, süßer Fenchel, Pfefferminzblätter, Kamille, Löwenzahn, Bohnenkraut, Rosmarin.

Natürlich möchte ich das Futter nicht schlecht reden – sondern nur einen anderen Blickwinkel aufzeigen.

Orijen wird in Kanada hergestellt und teuer verschickt – klar kaufen die Grosshändler das günstiger ein – ABER

War mal jemand da und hat die Futterfabrik unter die Lupe genommen?

Oder die Fleischlieferanten? Oder wie die Hühner wirklich leben?

Ich habe nichts im www gefunden! Vielleicht hat ja jemand einen LinK? Ich würde mich freuen!

 

Zudem stellt sich mir persönlich die Frage – wieviel sollte ein Futter kosten? Was möchte ich ausgeben? Muss mein Hund Luxusfutter vom Feinsten bekommen? Umgerechnet auf Menschen? Die besten Freilandlaufeier – das beste Fleisch ohne Medikamente , ohne Massentierhaltung …. ich glaube die wenigsten Leser leben bewusst so teuer für sich selbst oder ihre Kinder 😉  – mal drüber nachdenken…

Habe ich einen kleinen Hund und kaufe nicht gleich 26kg, somit kostet mich eine Packung von 2,27kg direkt mal 23,49, macht einen kilo Preis von 10,35€!

13kg = 77,99€ = 6€ je kg

und im Sparpacket 26kg = 147,99 = 5,69je kilo

okay – die 5,69€ je kilo sind fast schon okay – aber dafür dass dort soviele verschiedene Proteinquellen drin sind – und auch enorm viel Proteine – nämlich 38% finde ich anderes Futter im Preis – Leistungsverhältnis einfach besser .

Fett von 18% und Proteiene von 38% ist schon enorm hoch!!!

Ich weiss – darüber lässt sich lange und ausgibieg diskutieren.

Mein Fazit :

Gutes Hundefutter muss nicht teurer sein,  aber der Hund sollte es vertragen und natürlich mögen !

 

 

 

4 Comments

  1. Vielen Dank für diesen großartigen Artikel.Ich mag Deine Webseite!

  2. Hallo liebe/r Verfasser/in, ich arbeite für Orijen Deutschland und habe sehr interessiert Deinen Beitrag gelesen. Vielen Dank für die Aufklärung und Recherche.
    Ich war gerade vor 6 Monaten zuletzt in Canada und habe mir das Werk angesehen. Und auch die Zutaten. Ich habe Bauern und Farmer kennen gelernt, die die Rohstoffe liefern für Orijen. Gerne möchte ich ein wenig davon berichten und danach auf den Frischfleisch-Mythos zu sprechen kommen. Übrigens, jeder der möchte, kann sich die Küchen in Canada anschauen. Orijen ist da ganz offen.

    Das Fleisch in Orijen stammt ausschließlich von Tieren aus Freilandhaltung in der Region Alberta. Frei von Antibiotika, frei von Hormonen, frei von sonstigen Medikamenten. Die Tiere leben in Herden sehr naturbelassen. Sie werden lediglich zur Markierung mit einer Ohrmarke einmal eingefangen. Ansonsten haben Sie keinen Kontakt zu Menschen. Die Tiere werden vor Ort geschlachtet und deren Fleisch wird täglich frisch in die Küchen in Morinville geliefert. Keine Tiertransporte, kein Eingefrieren, keine Konservierung.
    Aus einem Teil dieses Fleisches wird in der Küche in Canada das getrocknete Fleisch hergestellt. Bei niedrigen Temperaturen wird das Fleisch gekocht (im eigenen Saft) und somit vom Wasser befreit. Hierdurch kann man in der Rezeptur gewährleisten, dass Proteine in konzentrierter Form eingeschlossen werden und die Schwankungen im Endprodukt nicht zu hoch sind.
    Die Verarbeitung von einem hohen Anteil frischem Fleisch bietet einen immensen Vorteil. Es sind kaum noch künstliche Zusatzstoffe nötig für das Futter. Alle lebenswichtigen Vitamine und Mineralien stammen aus den Zutaten selbst. Lediglich wenige Mineralien müssen ergänzt werden (maximal 3 im Hundefutter) um den Anforderungen der AAFCO zu entsprechen.
    Obst und Gemüse stammen von Farmern aus der Region. Sie kommen in ganzen Teilen – also als ganzer Apfel, als ganzer Kürbis oder ganze Spinatblätter – ins Futter. Nicht nur Schalen und Abfälle. Sunfresh Farms, der Hauptlieferant für Obst und Gemüse produziert – genauso wie alle anderen Bauern und Farmer für die Lebensmittelindustrie UND für Orijen (und ACANA). Die gleichen Produkte, die im Supermarkt zu kaufen sind, sind auch im Trockenfutter Orijen und ACANA enthalten. Diese Qualität an Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse ist einzigartig in der Branche und rechtfertigt für uns den weiten Transportweg aus Canada, dessen CO2 Bilanz übrigens auf einen Container Orijen umgerechnet besser ist als die eines Kuhstall in Niederbayern.

    Zum Thema 80% Fleisch ist zu beachten, dass man nicht nur das Fleisch umrechnen darf. Auch die frischen Zutaten wie Obst und Gemüse enthalten Wasser. Also muss man hier auch den Wassergehalt abrechnen. Und dann ergibt sich wieder eine schöne homogene Bilanz in der Endkrokette, die Tatsächlich aus 80% Fleisch und 20% Obst und Gemüse besteht. Anders ist es natürlich, wenn ein Futter einen gewissen Frischfleischanteil hat und alle anderen Zutaten als Mehl (getrocknet) verarbeitet sind. Dann ist die Umrechnung in Deinem Beitrag völlig korrekt. Nicht aber, wenn mehr als 2/3 der Zutaten frisch sind. Dann muss man bitte bei allen Zutaten umrechnen und erhält somit wieder ein ehrliches Verhältnis, zu dem wir stehen.
    Es ist einfach: Wenn 80% Fleisch 24% Rohpotein ergeben, dann waren die restlichen Zutaten nicht frisch. Denn Verhältnisse lassen sich nicht beschönigen so wie Deklarationen.
    Bleibt bei 80% Fleisch ein Proteingehalt von über 35% … na, dann ist wirklich viel Fleisch drin (wenn nicht mit pflanzlichen Proteinen gepusht wurde, aber das gibt die Zusammensetzung ja deutlich her).

    Ich freue mich sehr, dass ich Gelegenheit habe, mich hier zu äußern. Vielen Dank dafür.

    Ganz herzliche Grüße an alle Tierliebhaber da draußen,
    Bianca für Orijen Deutschland

  3. Herzlichen Dank für diesen sehr interessanten Bericht. Ich habe unserem zwischenzeitlich 15 Jahre alten Golden Retriever zeitlebens EUKANUBA gebfüttert. Je nach Alter etc. die entsprechenden Sorten (Puppy, adult, senior). Mit ca. 8 Jahren habe ich ihm noch Grünlippmuschelpulver Lunderland, Teufelskralle Lunderland, Rote Beete (Olewo) täglich dazugegeben. Und erfreulicherweise ist unser Golden bis ins hohe Alter gesund und munter – seit ca. fünf Jahren haben wir keinen Tierarzt mehr gesehen!!
    Nun wir in ein paar Monaten ein Golden Retriever Welpe bei uns einziehen. Zufällig habe ich von der Züchterin erfahren, dass das vor 15 Jahren hochgepriesene Eukanuba zwischenzeitlich alles andere als ein Premiumfutter ist. Ich war total verwirrt, da unser Golden es immer sehr gut vertragen hat und wie oben erwähnt, für sein hohes Alter imm noch fit ist!
    Da kann das Eukanuba doch nicht so schlecht gewesen sein….
    Habe mich nun zwischenzeitlich im Internet versucht „schlau“ zu machen – aber weit gefehlt!

    Empfohlen wird für den verantwortungsvollen Hundebesitzer am besten zu barfen oder sehr fleischhaltiges Trockenfutter (Orijen, Acana, Wolfblut etc.) zu füttern.

    Mich bitte nicht missverstehen: ich kaufe das teuere Futter natürlich schon, wenn es Sinn macht, da ich der Überzeugung bin, wenn man am Futter von den Kosten her spart, muss man das Geld beim Tierarzt lassen.

    Früher hiess es auf gar keinen Fall zu viel Protein den jungen Hunden geben, da sie zum einen viel zu schnell wachsen, eventuell zu dick werden (dadurch träge) und eventuell hyperaktiv. Das hat für mich Sinn gemacht.

    Nach der Recherche zahlreicher Websites, in denen man auch liest, wie viele Erkankungen (Darmblutungen, Probleme mit Nieren etc.) durch Futter mit einem Fleischgehalt zwischenz 50 und 80% auftreten, bin ich doch eher der Überzeugung, dass dieser ganze Hype wieder einmal von den Medien etc. gesteuert wird.
    Zufällig habe ich auch noch eine Labradorbesitzerin getroffen, die wegen Allergien ihren Hund barfte. Der Hund hat massiv Magen-Darmprobleme bekommen, Durchfall (blutig), Erbrechen ….

    Denke ich bleibe weiterhin Eukanuba treu – „never change a running system“.

    • Hallo und ganz lieben Dank für den Beitrag!
      Ich denke auch, dass vieles von der Industrie gepuscht wird!
      mein Spruch ist und bleibt:
      Das beste Futter ist :
      Was mein Hund mag, verträgt, der Stuhlgang gut ist, das Fell glänzt, die Figur stimmt!
      Ich diskutiere daher grundsätzlich nicht über die Wahl des Futters 😉
      Ich wünsche ganz viel Freude mit dem Welpen 😀

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